Zum Abschied von Herbert Marberger

22. Aug 2025Renato Cavoli
Herbert Marberger, 1955 – 2025.
Herbert Marberger, 1955 – 2025.

Im Frühling dieses Jahres keimten leise Hoffnungen auf. Hoffnungen, dass Herbert Marberger, der Ende Januar seinen 70. Geburtstag feiern konnte, die schwere Krankheit vielleicht doch noch besiegen könnte. Doch schon Anfangs Sommer musste man mit dem Schlimmsten rechnen. Herbert Marberger, der in der Blüte seines Theaterschaffens stand, musste sich dem Krebs geschlagen geben.


Er tat dies mit der grösstmöglichen Würde. So wie ihn die Theaterszene der Zentralschweiz in Erinnerung behalten wird. Er nahm die Krankheit an und konnte seine letzten Tage und Wochen, die ihm bis zu seinem Todestag am 23. Juli noch blieben, im Kreise seiner Familie verbringen. Von Ehefrau Esther und den erwachsenen Kindern Andreas, Christa, Stefanie und Lea mit viel Liebe und Hingabe gepflegt, und betreut von der Spitex Sempach, die Herbert hochprofessionell und mit viel menschlicher Nähe begleitete.

Herbert Marberger spielte, machte und lebte das Theater. «Theäterlen», dem Publikum auf billige Art die ganz grossen, schnellen Lacher zu entlocken, das war nicht seine Mission. Für das waren ihm das Theater, das Spiel auf der Bühne und die Kameradschaft innerhalb der von ihm betreuten Gruppen, schlicht zu wichtig. Er nahm das Publikum auf seine Art ernst, unterhielt es mit feiner Komik, mit leisen Tönen und wunderbaren, einprägsamen Bildern.

«Ich muss ein Bild im Kopf haben, bevor ich mich mit einem Theaterstoff ernsthaft befasse und ihn für eine Inszenierung ins Auge fasse», sagte er. Und zu diesem Bild gesellten sich während der Probenarbeit weitere Bilder. Und am Ende hatte das Publikum einen wunderschönen, starken Bilderreigen genossen. Eingebettet in eine Geschichte, die nie ohne Tiefgang, aber immer auch ohne die sogenannte Zeigfinger-Moral daherkam.

Ausgehend von seinem Stammverein Sempach, sowie den beiden benachbarten Gruppen in Eich und Neuenkirch, inszenierte Herbert Marberger in den vergangenen Jahren auch bei der Theatergruppe Schötz, bei den theaterperlen in Perlen, bei der Theatergesellschaft Rothenburg und bei der Theatergesellschaft Ruswil. Und er hatte überall Erfolg, hinterliess Spuren mit seinen unaufdringlichen, stets intensiven, farbigen, aber nie lautmalerischen Inszenierungen.

In Schötz (Premiere am 29.August) hatte er bis Anfangs Sommer geprobt. Die letzten Proben der Komödie «Super Theo» besorgt der ebenfalls sehr erfahrene Theaterregisseur Nic Russi. Und in Ruswil hatte er das Stück «ÖV» geplant. Eine Komödie des grossen Schweizer Cabarettisten Franz Hohler. Das Drehbuch hatte er bereits überarbeitet. Die Vorfreude war schon Anfangs 2025 bei unseren gemeinsamen Theater-Mittagessen spürbar.

Auf seinen Wunsch und seine Bitte hin, werde ich versuchen, dieses Werk mit den Ruswiler Theaterleuten auf die Bühne zu bringen. Premiere ist am 14. März 2026 in der Theaterschür von Toni Seeholzer, Ober-Amsig, in Sigigen.

Unsere Gedanken sind bei Herbert. Und vor allem auch bei seiner Ehefrau Esther und der ganzen Familie. Sie verloren ihren Ehemann und Vater viel zu früh. Genauso wie wir uns von einem grossen Theatermann und feinen Menschen zu früh verabschieden mussten.

Ruhe in Frieden Herbert.

Renato Cavoli,Theaterfreund